Tradition trifft Innovation
Mit der «Zukunftsbahn RhW» investieren die Appenzeller Bahnen in den Erhalt der Linie Rheineck–Walzenhausen. Die Infrastruktur wird umfassend erneuert, ein neues Fahrzeug beschafft und modernste Automatisierungstechnologie eingeführt. So entsteht die erste vollautomatische und fahrerlos betriebene Überlandbahn mit Adhäsions- und Zahnradbetrieb der Schweiz. Das Projekt verbindet über 125 Jahre Bahngeschichte mit innovativer Technik und schafft die Grundlage für einen sicheren, zuverlässigen und nachhaltigen Bahnbetrieb über viele Jahrzehnte. Entdecken Sie auf diesen Seiten das Projekt und verfolgen Sie den Baufortschritt.
Ein Blick in die Geschichte der Linie Rheineck - Walzenhausen
Facts & Figures
Eröffnung der Bahn:
27.06.1896
Streckenlänge:
1'964 m
Höhendifferenz:
272 m
Spurweite
1'200 mm
Stromsystem:
Heute 600 VDC / Neue Bahn 750 VDC
Max. Steigung:
263 ‰
Elektrifikation:
01.12.1958
1870 verzeichnete der Kurort Walzenhausen im Appenzellerland über dem Bodensee eine Zeit der wirtschaftlichen Blüte. Die maschinelle Hand- und Kettenstickerei florierte und der Tourismus nahm stetig zu. Ursprünglich wurde eine Bahnverbindung von Walzenhausen nach Heiden geprüft, als bessere Alternative erwies sich aber der Ausbau der Linie ins Rheintal nach Rheineck. Am 17. Dezember 1894 fand die konstitutionierende Versammlung der Bergbahngesellschaft statt. Die Finanzierung zum Bau der Bahn erwies sich aber schwieriger als vorgestellt. Mit Hilfe von privaten Geldgebern, St.Galler Fabriken und der St.Gallischen Kantonalbank liess sich schliesslich das benötigte Aktien- und Obligationskapital sichern. Nach der schwierigen Finazierungsphase wurde der Bau der Linie am 16. April 1895 in Angriff genommen und noch im gleichen Jahr im September konnte der Durchbruch des unteren, 315 m langen Tunnels gefeiert werden. Auch der obere, 70 m lange Tunnel unter dem Kurhaus Walzenhausen wurde vorangetrieben. Eine 153 Meter lange Eisenkonstruktion ermöglichte schliesslich die Fahrt über das romantische Hexenkirchlitobel mit den Ruderbachbrücken.
Als unermüdlicher Förderer weihte der Regierungsrat Titus Rohner am 25. Juni 1896 die Berbahn Rheineck-Walzenhausen mit folgenden Worten ein: "Die Rheineck-Walzenhausen Drahtseilbahn ist für das gewerbsame und schön gelegene Städtchen Rheineck von grosser Bedeutung. Ganz besonders aber ist der Tag für Walzenhausen mit seiner bedeutenden Industrie ein Ereignis, das für die fernere wirtschaftliche Entwicklung dieser Gemeinde von grosser Bedeutung sein wird." Bereits zwei Tage später wurde der fahrplanmässige Betrieb auf dieser Linie aufgenommen. Da die Bahn ursprünglich auf der schnurgeraden Strecke mit einer Steigung von 174 ‰ und 260 ‰ mit dem sogenannten Wassergegengewicht-System betrieben wurde, musste die Kreuzungsstelle genau in der Mitte der Strecke liegen. Daher konnte die Bahn anfänglich nur bis Ruderbach verkehren. Im Jahre 1909 erfolgte die Weiterführung der Strecke bis zum Bahnhof Rheineck. Daraufhin wurden zwischen Ruderbach und Rheineck ein Benzin- und ein mit elektrischer Energie betriebener Tramwagen eingesetzt. In der Folge der Elektrifikation der ganzen Linie wurden am 1. Dezember 1958 die wasserbetriebenen Fahrzeuge und die Tramwagen endgültig durch einen elektrischen Triebwagen ersetzt.
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