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EINGESTIEGEN

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DIE RUHE VOR DEM STURM GENIESSEN

Als Kabinenbegleiterin bei der Ebenalp-Bahn schätzt
Raffaela Lengwiler den Kontakt mit vielen Touristen –
und geniesst auf der Bahnfahrt nach Wasserauen die
ruhigen Minuten vor dem Ansturm.


Autofahren hat Raffaela Lengwiler nie gelernt. Die 29-Jährige hat auch nicht vor, dies nachzuholen. Denn sie mag das Pendeln mit «üserem rote Blitz», wie sie den Zug der Appenzeller Bahnen liebevoll nennt. Fast täglich fährt sie morgens um sieben Uhr von Appenzell nach Wasserauen. Dort ist es nur ein Katzensprung zur Ebenalp- Bahn. Als Kabinenbegleiterin sorgt Raffaela Lengwiler für gute Laune rundherum. «Ich liebe die Berge und fühle mich hier als Wahlappenzellerin aus dem Thurgau sehr wohl. Wir haben ein tolles Team, in dem alle alles machen. Wir wechseln uns ab, damit niemand den ganzen Tag nur Tickets knipst und 80-mal auf die Ebenalp fährt», erklärt die gelernte Malerin. 2014 stiess sie als Quereinsteigerin zur Ebenalp-Crew. Morgens im Zug ist sie meistens die einzige Passagierin in Richtung Wasserauen. Das passt ihr bestens: «So kann ich ungestört tagträumen und richtig wach werden», freut sie sich. Die schöne Landschaft vor dem Fenster vorbeiziehen lassen, gemütlich eine heisse Schoggi plus Gipfeli geniessen, das bedeutet für Raffaela Lengwiler die perfekte Einstimmung in den Tag. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Denn an schönen Tagen treffen Hunderte Touristen mit Bahn oder Auto in Wasserauen ein. Und viele von ihnen wollen per Luftsteilbahn in die frische Bergluft gelangen. Die Kabinenbegleiterin schätzt den humorvollen Kontakt mit den Tagesgästen sehr. Manchmal fährt sie nach Feierabend selber zur Ebenalp und lüftet den Kopf aus auf ihrer Lieblingsroute von der Ebenalp via Wildkirchli und Seealpsee zurück nach Wasserauen. «Ich laufe gerne abwärts und halte unterwegs einen kleinen Schwatz mit den Wirtsleuten », sagt sie. Wird es abends später, benutzt sie für die Heimkehr nach Appenzell den Nachtbus. Und freut sich anderntags, in Wasserauen den Traumjob gefunden zu haben.

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