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EINGESTIEGEN

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GERNE KNAPP, SELTEN ZU SPÄT

PENDLERIN CLAUDIA MÜLLER FÄHRT VON SPEICHER NACH ST. GALLEN ZUR ARBEIT. MORGENS GENIESST SIE DEN AUSTAUSCH MIT KOLLEGINNEN, ABENDS DIE RUHE UND DEN BLICK AUF DEN BODENSEE NACH NOTKERSEGG.

Oft ist Claudia Müller am Morgen auf den sprichwörtlich letzten Drücker unterwegs. «Fünf von zehn mal renne ich zum Bahnhof», verrät die gutgelaunte Pendlerin aus Speicher. Verpasst hat sie den Zug um 7.15 Uhr aber nur selten. Schlimm ist auch das nicht. Denn zu Stosszeiten verkehren die  Appenzeller Bahnen auf der Strecke St. Gallen- Speicher viermal in der Stunde. Und Claudia Müller kann es als Angestellte der kantonalen Verwaltung auch mit einem Zug später noch auf 8 Uhr ins Büro schaffen. Für sie ist die Bahn der bequemste Weg zur Arbeit. Von Tür zu Tür benötigt sie
genau fünfundzwanzig Minuten. Und wenn am Morgen bei der Haltestelle Vögelinsegg die zwei Kolleginnen zusteigen, vergeht die Zeit im Nu. Denn im Zug lassen sich Bekanntschaften pflegen und Neugikeiten austauschen. Mit Klatsch ist Claudia Müller aber vorsichtig, denn der Zug ist ein öffentlicher Raum, und manchmal schmunzelt sie, was Leute so alles preisgeben auf der kurzen Fahrt.
Abends auf dem Heimweg geniesst die 49-Jährige das Abschalten unterwegs. Und sie freut sich jedesmal, wenn nach der Notkersegg der Bodensee im Blickfeld erscheint. «Mein See, denke ich dann immer und kann es kaum erwarten, dass mein Mann und ich wieder ein Wochenende mit dem Segelschiff auf dem See verbringen.» Ihr Mann Dani Müller ist bekannt als Schiedsrichter bei der Fernsehsendung «Samschtig-Jass». Zusammen mit ihm leitet sie jeden Herbst die von den Appenzeller Bahnen organisierte Jassfahrt. «Ich betreue die Gäste auf der Fahrt im Bistrowagen von Gossau nach Jakobsbad und während des Jassturniers auf dem Kronberg», erzählt Claudia Müller. Gerne erinnert sie sich auch an Dorffeste in Speicher mit einem Jasswagen. Und sie wird nostalgisch, als sie von ihrer Zeit als Angestellte beim ehemaligen orangen Trogenerbähnli erzählt. 

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