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EINGESTIEGEN

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Fritz Frei, 76, bereist per Bahn die ganze Schweiz

 

Eben war er in Brig im Wallis und in Basel, und demnächst reist Fritz Frei mit dem Zug ins Aostatal nach Italien. «Am allerliebsten besuche ich Orte, die ich von meiner Arbeit als Postautochauffeur bereits kenne», erzählt der Pensionär gutgelaunt. 37 Jahre fuhr er für die damalige PTT etliche  Kursrouten, wurde als Springer kurzfristig eingesetzt und kennt sich auch in entlegenen Ecken der Schweiz aus. Besonders vertraut ist er mit dem Appenzeller Vorderland, wo er von 1984 bis zu seiner Pension als Chauffeur unterwegs war. Heute, 76-jährig und gesundheitlich leicht angeschlagen, geniesst er es, aus dem Zug auf die Strasse hinunterzublicken. «Früher habe ich Passagiere sicher von A nach B transportiert. Jetzt habe ich den Spiess umgedreht und lasse mich chauffieren», sagt Fritz Frei. Er lächelt verschmitzt und schwärmt von den Kontakten, die er unterwegs knüpft; nicht nur mit  Reisenden, gerne auch mit Lokführern und Postautochauffeuren. Das seien übrigens zwei sehr  verschiedene Berufe, erklärt der passionierte Bahnfahrer. «Der Postautochauffeur muss die Strasse, den Verkehr und die Fussgänger gleichzeitig im Blick haben. Der Lokführer konzentriert sich auf Signale, Geschwindigkeiten und Bremswege. Beides ist anspruchsvoll», betont Fritz Frei. Den Senior interessiert es heute noch, wie sich seine Berufsbranche entwickelt. Gerne besucht er darum ehemalige Kollegen im Bahndepot in Heiden, geht in die Werkstatt, wo auch die Postautos gewartet und repariert werden. Austausch mit Gleichgesinnten und reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln geniesst er heute wie einst. Wenn ein Kollege anruft, verabredet sich Fritz Frei gerne für eine nächste Tour de Suisse. Manchmal reist er in einer Gruppe zum Ausflugsziel. Gesellig ist er auch allein unterwegs und steuert fröhlich auf den nächsten Gesprächspartner zu.

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