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EINGESTIEGEN

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IM ZUG DIE HEIMAT NEU ENTDECKT

 

Maja Schoch aus Herisau steigt fast täglich in einen Wagen der Appenzeller Bahnen. Vielfältiger könnten die gewählten Routen und Ziele der 20-jährigen Studentin nicht sein. Die Linie Herisau-Gossau benützt sie für Tagesausflüge oder als Ausgangspunkt für Ferienreisen. Von Herisau bis nach Wasserauen fährt sie, um von hier aus Wandertouren in den Alpstein zu unternehmen. Richtung Appenzell zieht es die junge Frau per Bahn für einen spontanen Kaffeetratsch mit Kolleginnen. Sie findet es sehr praktisch, dass sie im Zug nebenbei noch etwas tun kann. Zum Beispiel in Ruhe Musik hören und Zeitungen lesen, oder lernen. Im Zug Aufgaben lösen gehörte für sie auch zum Alltag während der Kantizeit in Trogen.

Seit diesem September fährt Maja Schoch mit der Bahn nach Luzern, wo sie ein Studium in Politikwissenschaft, Wirtschaft und Philosophie aufgenommen hat. Darum hat sie neuerdings etwas Abstand zum Appenzellerland und sieht ihre Heimat aus einem neuen Blickwinkel. Diese Erfahrung hat sie schon einmal gemacht. «Bei der Rückkehr von einer fünfmonatigen Südamerikareise sah ich aus dem Zugfenster meine Heimat mit den Augen einer Touristin. Erst da ist mir aufgefallen, wie attraktiv unsere Landschaft wirklich ist.» Den entspannten Ausblick aus dem Fenster auf die Dörfer ihrer Kindheit und Jugend geniesst sie auch heute wieder dank eines günstigen Generalabonnements. Weil mehrere Familienmitglieder ein Generalabonnement besitzen, ist das Bahnfahren für Maja Schoch sowieso das güngstige Verkehrsmittel. Lachend gesteht sie ihre leicht chaotische Veranlagung. Schon mehrfach habe sie nämlich im Zug ein Gepäckstück liegen gelassen – und stets wiederbekommen. Den seit zwei Jahren neuen Fahrplan kenne sie immer noch nicht auswendig. Auf eine Zugverbindung lange warten musste sie im Appenzellerland aber noch nie.

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