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FÜHRERSTAND

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SAUBER MACHEN FÜR DIE NÄCHSTEN

 

Für die Fahrgäste der Appenzeller Bahnen macht John Ari Francis seine Arbeit so zuverlässig. Damit diese jederzeit einen sauberen Sitzplatz vorfinden, auch wenn die Züge, zum Beispiel an den Wochenenden, etwas stärker verschmutzt zurückgelassen werden. «Die Nächsten können ja nichts dafür. Es ist einfach mein Job, den ich gut machen will», sagt der 34-jährige Mitarbeiter des Reinigungsdienstes. Die meiste Zeit ist John Ari Francis allein unterwegs, mit Staubsauger, Putzlappen und Kübel. Bei den vielen Nachtschichten arbeiten sie manchmal aus Sicherheitsgründen zu zweit. So wie in Appenzell, wenn er seinen Dienst abends um zwanzig Uhr antritt und nachts um zwei Uhr die Schicht beendet. In den letzten Wochen war er vermehrt in der Nacht im Einsatz, um die Wagen von allem Abfall und Schmutz zu befreien. Das mache ihm nichts aus, sagt John Ari Francis und lächelt. Wenn er müde nach Hause kommt, setzt er die Kopfhörer auf und kann bei Rhythm & Blues-Klängen abschalten. Dann denkt er nicht an den nächsten Tag, sondern geniesst einfach die  Erholungszeit. Wenn ihn sein Chef Enes Zulic kurzfristig braucht, weil jemand im Team ausfällt, dann ist John Ari Francis sofort zur Stelle, auch wenn er eigentlich einen freien Tag hat. «John ist da sehr flexibel. Er ist ausserdem ein sehr pflichtbewusster Mitarbeiter, der nachfragt, wenn ihm etwas unklar ist», lobt ihn sein Vorgesetzter. Nur jene Schicht, die nachts um drei Uhr in Speicher beginnt, mag der gebürtige Nigerianer nicht besonders gerne. «Das ist ein schwieriger Arbeitsbeginn um diese Zeit, aber es gehört halt dazu», sagt er und zuckt mit den Schultern. Viel Freude hat John Ari Francis, wenn er mit seinem fünfjährigen Sohn unterwegs ist und der Bub ruft: «Schau, Papi, dein Zug». In der Freizeit, da ist der Reinigungsmitarbeiter öfters selber Fahrgast und lernt so die Bahnen auch aus der anderen Perspektive kennen.

 

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