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EINGESTIEGEN

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ARZT ROLF INGOLD HAT «DEN SCHÖNSTEN ARBEITSWEG DER WELT»


Rolf Ingold weiss jeden Tag, wie das Wetter so spielt. Als Pendler von der Haltestelle Rietli bis Endstation  Altstätten Stadt erlebt er die Natur morgens und abends hautnah. «Bei gewissen Stimmungen ist der Ausblick vom Stoss aufs Rheintal überwältigend», schwärmt der 60-jährige Dermatologe. Dass es Menschen gibt, die pendeln nicht mögen, ist ihm völlig unverständlich. Für Rolf Ingold bedeutet der Arbeitsweg einen idealen Wechsel von der Berufswelt in der Praxis mit den Patienten zu seinem privaten Umfeld im Appenzellerland.

«PENDELN IST DER
IDEALE WECHSEL» 

Fünf Haltestellen, 18 Minuten abwärts, 11 Minuten aufwärts. Rolf Ingold geniesst diese Zeit des Pendelns. «Die Talfahrt dauert sieben Minuten länger wegen der Zahnradstrecke. Fährt der Zug da zu schnell, fällt die Sicherung raus», erklärt Rolf Ingold. Amüsiert erzählt er die Szene jenes Winters, als es so heftig schneite, dass die Bahn wegen der Schneemassen bei der Kreuzstrasse blockierte. «Wir mussten alle aussteigen. Dann hat das Zugpersonal Autofahrer angehalten und uns Passagiere auf die Autos verteilt für die Weiterfahrt Richtung Altstätten. Diese unkomplizierte Art, das Problem zu lösen, hat mich begeistert », lobt Rolf Ingold die Angestellten der Bahn. Als Pendler ist er auch ein guter Beobachter. Nicht immer reden die Stammgäste im Zug miteinander. Aber man kenne sich und wisse, wer täglich auf welchem Platz sitzt. Rolf Ingold registriert auch Veränderungen. Wenn zum Beispiel ein Jugendlicher plötzlich nicht mehr den Zug benutze, dann habe dieser vermutlich seine Ausbildung abgeschlossen oder ein Auto gekauft. Das Auto der Bahn vorzuziehen, käme für den Arzt niemals in Frage. Zu sehr liebt er die Viertelstunde zwischen den Welten, um abzuschalten. Manchmal speichert er dabei das Bild der malerischen Landschaft im Kopf und bringt das Sujet daheim mit dem  Aquarellpinsel zu Papier.we

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