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FÜHRERSTAND

FÜHRERSTAND

DIE FAHRGÄSTE IMMER IM BLICK



Den Blick in die Rückspiegel vergisst Richy Frey nie. Rechts und links prüft er an jeder Haltestelle, ob da nicht noch ein Fahrgast in letzter Sekunde auf den Bus hetzt. «Wir fahren für unsere Kunden, auch wenn der Fahrplan natürlich eingehalten werden muss», sagt der Teamleiter der Buschauffeure. Vorausschauend fahren, ausrechnen können, wie viel Spielraum bleibt, das sind für ihn wichtige Fähigkeiten. Flexibilität fordert er auch, wenn es um die Wahl eines neuen Kollegen geht. Die Dienstpläne verlangen von den fünf Chauffeuren und den drei Aushilfen zahlreiche Abend-, Nacht- und Wochenendeinsätze. Alle Bahnersatzfahrten auf dem AB-Streckennetz sowie die Betreuung der Hauslinie 190, Speicherschwendi–Speicher–Teufen, werden vom Busfahrerteam erledigt. Richy Frey findet es wichtig, ein guter Chef und ein guter Kollege zu sein. Einer, mit dem man locker etwas essen geht, dem man aber auch sagt, wo der Schuh drückt. Bis vor sechs Jahren war Richy Frey Chauffeur bei der VBSG in St. Gallen. Zufällig entdeckte er den Teamleiter-Job bei den Appenzeller Bahnen: Buschauffeur bleiben und eine Herausforderung mit neuen Aufgaben annehmen. Das passte. Einen Tag in der Woche kümmert sich Richy Frey um Dienstpläne, Abrechnungen oder die Koordination von Bus und Personal. Nur im Büro arbeiten käme für den 48-Jährigen nicht in Frage.
Bereits als Bub wusste der gebürtige Arboner, dass er später Busse lenken wollte. Die erste Chance für grosse Gefährte bot sich bei der Lastwagentruppe im Militär. Mit 23 erreichte er das Mindestalter für die Buschauffeuren-Ausbildung. Da 1990 in der Ostschweiz kein Bedarf an jungen Kräften herrschte, absolvierte Richy Frey die Ausbildung kurzentschlossen in Biel. Zurück in der Heimat, blieb er seinem Traumberuf treu. Auch beim geliebten Hobby mit der Vespa hält er die Balance zwischen organisieren und unterwegs sein. Als Präsident des Vespaclubs Arbon reserviert er gerade die Hotels für die Sommerreise zum Vespa-Welttreffen nahe des Gardasees.


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